Orientierung

Nun gut, jetzt bin ich doch tatsächlich schon über eine Woche hier. Zeit für einen etwas ausführlicheren Lagebericht. Zu aller erst, everything’s alright, almost perfect. Sogar mein letztes verbleibendes Groß-Problem, der zum Teil höllisch nervende Lärm, verursacht durch die heating pumps in den Klimaanlagegeneratoren right outside my room kombiniert mit die für Amerika typischen crap-Baumaterialien der Wände scheint gelöst. Schade, hätte gerade begonnen, mich nach sieben Nächten schlechten (oder keines) Schlafes mich daran zu gewöhnen. Und irgendwie bemerke ich gerade, dass mir zum Teil die deutschen Wörter vor lauter English im Kopf nicht einfallen. Great!

Zur Wohnung: Sollte sich der Lärmpegel auf ein erträgliches Niveau einpendeln, habe ich wohl wirklich ein gutes Los gezogen. Verglichen mit meinen KollegInnen aus Innsbruck, die in den benachbarten und älteren Studentenwohnungen hausen, bin ich hier im Paradies. Alles neu, größer, freundlicher, besser duftend. Auch meine Roommates sind klasse. Machte gestern mit einem von ihnen eine Hausführung, lernte Leute kennen und sah die anderen Apartments; Muss sagen: Habe das Beste getroffen! Wir verstehen und alle bestens, great fun. Auch die nahe liegende Kletterhalle (angeblich die größte in Nebraska!) und die Kraftkammer haben mich schon öfters gesehen, alles “gratis”, muss man doch ausnutzen.

Am Montag (nun gut: bei mir erst am Dienstag) startete der reguläre Unibetrieb am Campus. Hatte bereits drei von vier Kursen, scheint äußerst interessant zu werden! “Management of Quality and Process Improvement” verspricht die meiste Arbeit und viel Praxisnähe, “Graphical User Interfaces” dürfte genau meine Liebe zum Design treffen und “Managing in a Digital World” scheint sehr zukunftsorientiert. Morgen genieße ich noch “Business Data Communication”, whatever. 12 Wochenstunden, idealerweise so eingeteilt, dass für mich jedes Wochenende vier Tage frei bedeutet!

Ansonsten fühle ich mich auch sehr wohl, ich durfte bereits viele nette Leute kennen lernen. Der Ausflug in den Zoo (nach dem San Diego Zoo angeblich der größte in den USA, woho!) war auch faszinierend, es gab viele mir noch unbekannte Tierarten zu bestaunen. Wiedereinmal war ich fasziniert von der Vielfalt der Natur und fand mich ständig in evolutionär-philosophischen Gedanken wider. Gestern allerdings im Kino und dem Film “The Reader” (Verfilmung von Der Vorleser). Empfehlenswert!

Das Ausgehen generell kam bis jetzt auf jeden Fall noch nicht zu kurz, heute ist der erste Abend, an dem ich zu Hause bleibe. War immer spaßig mit meinen Roommates und den Norwegern, äußerst positiv anzumerken ist das generelle Rauchverbot eigentlich überall hier. Bier trinken und Atmen, welch Traum! Ansonsten muss man leider sagen, dass die Amis in Punkto Alkohol schon sehr übertreiben. Unter 21 gibts sowieso keinen Tropfen, sehr strenge Kontrollen überall. Nun gut, ich bin’s ja, nur leider manch anderer noch nicht. Einfach zu Hause feiern? No way! Habe das Glück, auf einem “dry campus” zu studieren, strengstes Alkoholverbot. Das nervt schon tierisch, einfach alles dermaßen übertrieben. Es gilt also, off-campus Freunde zu finden.

Ansonsten kann ich mich täglich über tausend Kleinigkeiten amüsieren, die hier einfach anders sind als in Österreich. Aber dazu wohl ein ander Mal mehr! Hoffe, bald ein paar mehr Bilder posten zu können. Peace out!

s1Mon

me admin.

4 thoughts on “Orientierung

  1. Suspischius, indeed. Machte allerdings soeben eine seltsame Entdeckung: Erspäte das erste lebendige Tier außerhalb des Zoos, noch dazu in meinem Zimmer. Es handelt sich um einen lieblichen Marienkäfer, very suspischius!

    Es wäre mir selbstverständlich eine große Ehre und eine unglaubliche Bereicherung für meine Seite, Clemsibemsi, deinen Blog ebenfalls in meine Connected-Liste aufzunehmen.

    Peace!

  2. Hey Sim!

    Auf soviel Harmonie gibt es für mich als typischen Österreicher natürlich nur eine Reaktion: Suspischius, Suspischius!

    Ich hoffe trotzdem, dass du keine Leichenteile im Keller findest und bin auf weitere Wortmeldungen gespannt. In eigener Sache möchte ich noch fragen, ob du meinen neuen Blog auch in deine Connected-Liste aufnehmen könntest, das wäre sehr fein. Ich würde dir baldigst den Link schicken.

    Peace!

  3. Hallo Simon!

    Liebe Grüße von Oma, sie freut sich, dass alles passt.
    Habe ihr deinen Bericht ausgedruckt. Sie hat ihn schon ein paar mal gelesen. Das Englische macht ihr halt noch Probleme. Bis du wieder daheim bist, wird Oma sicherlich schon die meisten Dinge verstehen.
    Schreib uns einmal ein mail, lass etwas von dir hören!

    Gruß

    Ander und Oma

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