Sri Lanka in der Nussschale

Sri Lanka: Männer in kunterbunten Röcken, Tuk-Tuk hup hup, Plasik-Buddhas, original verpackt, spuckende Frauen, rote Zähne, Elefantifantis, die Straße an Sich, Kühe, heilige Kühe, Tropenfrüchte lecker lecker, Bananen, sowie überall, Mode, die noch Stil hat, mit Hemd natürlich, dir winkende Kinder, groß und klein, Müllhalde überall, “Hello Sir, want Tuk-Tuk?“, tausend Mal, Palmen, Hunde, Palmen, Hunde, Palmen, Hunde, die nie war tun, Kinder, die nicht schreien, aber winken, Menschen, die immer irgendwo auf irgendwas warten, sich aber nie darüber aufregen, geshakte Säfte, der Taco, auf den du deine Stunde wartest, dafür bio, Babyelefanties, Buddha-Tempel meets Hindu-Tempel meets Kirche meets Bodhi-Tree, Kokosnüsse, leckerli, 250 Rupees.

Verkehr, owwe owwe, der Feinstaub, der Dreck, Schleier um Kopf, Islam Islam, Babyposter, rosarot, den Fischmarkt musst du dir geben, und die Dächer auf Palmblätter, das Essen mit den Händen, oh wie ungewohnt, fühle es, knete es, keine Brillen, “Hello Sir, want Tuk-Tuk“, fragen sie, dann “Where you from, Sir?“, fragen sie, “Austria”, you say, “Australia“, they say, Sri Lanka, das ist das Land, wo der eine vor dir das Kite repariert und der andere hinter dir das Fischcurry zubereitet, mit dem Fisch, den du vor 10 Minuten noch im Netz zappeln hast sehen, zusammen mit den aufgeblasenen Kugelfischchen, sehr witzig, ja befreit und zurückgeworfen ist Meer, in Meer zum fluoreszierendem Plankton, das dich auch sehr belustigt hat, als du da gerade mit dem schmalen Fischerboot durch die dunkle Dezembernacht im Venedigstyle vom Fischer chauffiert wurdest, nur halt Lagune statt Kanal, Palmen statt Kirchtürme, fluoreszierendes Plankton, Rufzeichen, es muss einfach nochmal gesagt sein, wie krass ist dass denn eigentlich, und dazu noch diese fliegenden Fischchen, die dir ins Boot springen, Sri Lanka, das ist auch der Kitsch-Sonnenuntergang, wieder mit Palme, schön im 45°-Winkel ins Bild hängend, Kitesurfer am Horizont, überhaupt der ganze Zufall, hier her zukommen, ganz Sri Lanka ein Zufall, das Tee trinken, Ceylon, wie es halt früher hier so geheißen hat, Ceylon, wie der Tee als Exportgut Nummer Eins noch immer heißt, Tee, überhaupt ganz wichtig hier, kulturell, historisch und so, Teeplantagen, Meer, Meer an Teeplantagen, durchgehen kann man gut durch dieselbigen, Here always hot, sagen sie, recht haben sie, dann wieder “Hello Sir, want Tuk-Tuk?

Not so hot in the mountains, but no snow, Sri Lanka never snow, aber Hunde überall, Durchschnittsalter 73 Jahre, also von den Menschen mein ich, Hunde keine Ahnung, aber definitiv weniger, vorhin jedenfalls wurde einer nicht viel mehr älter heute, sondern überfahren, aus die Maus, lieber Themenwechsel: In der Küche, erklingt das Kottu, Amjad-Style, und dieses Kotto, diese Rottis, diese Curries, immer Rice & Curry, also wirklich verdammt gut das ganze Zeugs, nur no spicy, das gibt’s nicht, spicy ist hier angesagt, burn your mouth, pussy, hot or not, da wird auch schon wieder ein Tee serviert, immer freundlich die Leute, hier wahnsinnig freundlich, immer “Need Tuk-Tuk, Sir?“, nie aufdringlich, immer für eine Cooking-Lesson zu haben, hier auf Sri Lanka, da ist Essen noch Kultur, alle zusammen, Wertschätzung, das Soziale, noch nicht ganz erodiert, danke, Buddha, du hattest schon recht damals, heute beten sie dich immer noch an dafür, reden über dich, aber auch miteinander noch, und diese Geste, die da nicht zu deuten vermagst, dieses schräge Kopfbewegen, halb Ja, halb Nein, so witzig hin und her, ja das wird dich verwirren, und weil du Mensch bist und die das so machen wirst du versuchen, es nachzumachen, aber daran verzweifeln, da muss man aufwachsen damit, das wird nicht gelernt, immer mit einem Lächeln dazu, diese Geste, die rätselhafte, zu den Worten, die für uns klingen wie eine viel zu schnell vorgespulte Videokassette.

Sri Lanka ist schön.

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Pferdereiten in Mazedonien: Die Entdeckung der Einsamkeit

(Artikel zuerst veröffentlich auf: bergwelten.com)

„Nach diesem Trip“, prophezeit uns der Mann mit Vollbart, stählernem Blick und einwandfreiem Ost-Akzent, „werdet ihr ein komplett neues Selbstvertrauen haben. Ihr werdet mehr Energie haben als vorher, und weniger Angst. Feel the energy of your horse. Ihr werdet die Kraft eures Pferdes spüren, und ihr werdet diese Kraft in euch aufnehmen. Forever.“

Die Überzeugung, mit der uns der Vollbärtige dies mitteilt, duldet keine Zweifel. Also nicken wir bedächtig, sind innerlich aber naturgemäß skeptisch. Energie des Pferdes in uns aufnehmen? Esoterisches Gelaber, kann man da schnell mal denken, wir sind doch hier, um ein neues Land und eine neue Kultur kennenzulernen, aber bestimmt nicht auf einem Selbstfindungs-Trip.

Wir sind im Hinterland Mazedoniens. Genauer: Mavrovo-Nationalpark, im Nordwesten des kleinen Balkanlandes, von dem man selten etwas zu hören bekommt, mal abgesehen von zwielichtigen Korruptionsskandalen und Grenzabschottung. Egal, denken wir uns, wir fahren trotzdem hin, oder gerade deshalb.

Und der Mann mit Vollbart, der heißt Vasko. Wären wir nicht gerade in Mazedonien, man würde ihn einen Cowboy rufen. Er ist einer, der auf dem Pferd sitzt, als hätte er nie etwas anderes getan. Hat er auch fast nicht, könnte man behaupten, Vasko wuchs quasi auf dem Pferd auf, im kleinen Bergdorf Galičnik auf 1.500 Metern. Hier oben wird seit jeher, und auch heute noch, das Pferd für feierliche Hochzeitsfestivitäten und weniger feierliche Holzarbeit eingesetzt. Es war aber erst im fernen Ausland, bei einer Kanada-Reise, dass das für ihn Selbstverständliche in ein neues Licht rückte: „Ich war dort 14 Tage mit einer geführten Reitgruppe unterwegs, und hinterher dachte ich: Hey, das wäre doch die beste Möglichkeit, Besuchern mein eigenes Land näherzubringen – von einem Pferderücken aus. Die Pferde waren ja immerhin schon da, die mussten eigentlich nur noch gesattelt werden“. Seine lobenswerte Mission dabei: „Die Leute wieder mit der Natur in Einklang bringen“.

Startschuss also für Sherpa Mountain Horseback Riding. Sherpa, „weil wir hoch in die Berge reiten, fast so wie im Himalaya“. Nun gut Vasko, von den Himalaya-Gipfeln ist das Dinarische Gebirge im Balkan schon noch ein paar tausend Höhenmeter entfernt, aber auf 2.764 m bringt es der Golem Korab an der Grenze zu Albanien immerhin auch, fast schon Zugspitze. Bis auf die Weingegenden im Südosten – und irgendwo muss der ausgezeichnete Vranec für das Lagerfeuer später ja herkommen ­– ist Mazedonien wirklich überraschend gebirgig.

Und genau deshalb sind wir hier: Um dieses unbekannte Bergland samt seinen Leuten endlich besser kennen zu lernen, und zwar auf Pferden, klimaneutral und geländetauglich. Vasko wird uns die nächsten vier Tage durch seine Heimat guiden, mit dabei ein bunter Haufen: Paolo aus Portugal, Michelle aus den USA, Kalle aus Finnland und Tomislav aus Kroatien. Inklusive seinem 5-jährigen Sohn Tan. Ob das nicht etwas jung ist für doch recht tagesfüllende Ausritte? „Ach, das beste, was man einem Kind geben kann, ist möglichst viel Zeit draußen und in den Bergen“, meint Tomislav darauf, „ich habe uns extra einen traditionellen Sattel aus Spanien bestellt, ich will nämlich, dass er vor mir sitzen kann und auch die Landschaft genießen kann!“

Ziegen melken, Käse machen, losreiten

Überzeugt, los geht’s: Wir starten unsere Expedition nur ein paar Steinwürfe von Vaskos Geburtshaus entfernt, aber nicht, ohne vorher noch die Grundlagen im Ziegenmelken und in der Mozzarella-Produktion beigebracht zu bekommen: „Hier anpacken, push it, nicht zimperlich sein, squeeeze!“. Soviel zu organischen Lebensmitteln: Selbstproduzieren heißt es hier.

Nach einer bodenständigen Einschulung für die Huftier-Novizen unter uns schwingen wir uns dann endlich in die Sattel, motiviert und respektvoll, Zügel straff in der Hand. Denn zugegeben, ein bisschen nervös ist man schon, das erste Mal auf einer halben Tonne gestählter Muskeln. Nervös und klein. Meine schwarz-weiße Rennmaschine hört auf den Namen Cvetko (sprich: Tschwetko) und ist, augenscheinlich wie alle Pferde hier „a really good horse.“ Diese Pferde sind das ganze Jahr über im Freien, fressen sieben Monate die besten Berggräser. Nichts da mit Stallhaltung. „Look, how strong! So gute Pferde findest du sonst nirgends“, ist Vasko überzeugt, „nowhere else.“

Die Startetappe: ein dezenter 4-Stunden-Ritt durch Buchenwälder und verlassene Bergdörfchen. Nicht gerade zimperlich, und eines wird schon sehr schnell klar: Nix da mit entspanntem Transportservice, das wird verdammt harte Knochenarbeit. Unser Tagesziel: Lazaropole, 1.350 m, permanente Einwohnerzahl: Fünf. Schon irgendwie cool, in einem Dorf anzukommen und zu fragen: Wo kann ich mein Pferd anbinden?

Wir nächtigen im rustikalen Berghotel Kalin, aufgetischt wird Wildfleisch und Rotwein. Und natürlich Rakija. Alles lokal und selbstproduziert, die Mazedonier essen fast nur, was sie selbst angebaut oder geschossen haben. Der Rakija sorgt für guten Schlaf, daran kann es also nicht liegen, dass sich am nächsten Morgen mein Rücken anfühlt wie nach zwei Wochen Dauerklettern, mein Hintern wie nach zehntausend Höhenmetern biken und meine Beine wie nach einer trans-alp Wanderung. Nein, die Erkenntnis: Reiten ist Ganzkörpersport!

Mit Pferd zum High-Mountain-Basecamp

Zurück in den Sattel, man hofft auf den Gewöhnungseffekt, sonst werden sich die sieben Stunden am zweiten Tag wohl noch viel länger anfühlen. Und tatsächlich: Es geht schon besser, man fängt an, die neue Art der Fortbewegung zu genießen. Zuerst reiten wir durch Wald bergauf, schließlich die Baumgrenze, dann plötzlich: Unendliche Weiten, schneebedeckte Berge grasige Hochebenen. „Willkommen im schönsten Teil Mazedoniens“, schreit Vasko von vorne zurück und setzt zum ersten Galopp des Tages an.

So langsam setzt auch ein gewisses Bewusstsein ein: Hey, wir reiten gerade durch das mazedonische Bergland, wie abgefahren ist das denn! Nach ein paar Stunden, die nächste Erkenntnis: Seit zwei Tagen haben wir unterwegs keinen anderen Menschen gesehen, kein Hupen vernommen, nicht mal ein fernes Flugzeug erspäht. Nichts, absolut nichts, was dich hier vom Genuss des Moments ablenken würde. Reiten, schauen, staunen. Nun beginnt man auch Vaskos Worte zu verstehen, der da letzte Nacht irgendwann einem alten Guru ähnlich sprach: „Reiten ist meine Form von Meditation. Reiten macht glücklich. Ich will, dass möglichst viele Menschen dieses Glück spüren können, you will feel happiness.“

Durch Mazedonien reiten, ja das macht glücklich, und das fühlt sich auch irgendwie an wie eine Zeitreise. Ungefähr so muss es in den Alpen vor 100 Jahren gewesen sein. Natürlich, die Hütten-Infrastruktur, die Lifte, die Forstwege, das fehlt dann halt auch, aber dafür sind wir nicht hier. Hier ist die Entdeckung der Einsamkeit angesagt, away from it all. Und diese Landschaft, durch die wir reiten, die eignet sich ganz wunderbar dafür: Die Berge sind hoch, aber nicht so hoch, dass sie einem den Blick versperren würden: Einmal oben auf den gemächlichen Grasrücken hat man eine Rundumsicht, die man so bei uns nur auf über 3.000 Metern hat; hunderte Kilometer können die Augen ungebremst in jede Richtung schweifen!

Noch mehr zum Glück: die zweite Nacht werden wir im Hochlager verbringen, Zelt und Lagerfeuer, so wie sich das für echte Cowboys eben gehört. Am Menüplan: Lamm, the traditional macedonean way. Und wieder Rakija, der traditionelle Obstbrand, der gehört sowieso immer und zu allem dazu. So sitzen wir also am Lagerfeuer, singen mazedonische Volkslieder, essen mazedonisches Lamm, trinken mazedonischen Rakija. Daneben turnt Tan, der Fünfjährige, über ein paar Felsen, quiekt vergnügt und ist noch fitter als so mancher Erwachsene unter uns. „Unglaublich, wie sich seine Persönlichkeit in so kurzer Zeit verändert hat“, kommentiert Tomislav, der Vater. „Er spielt den ganzen Tag und beschwert sich über rein gar nichts.“
Im Hintergrund hundert Gipfel, sechs Pferde und ein surrealer Sonnenuntergang. Momente wie diese sind dann nur mehr sehr schwer zu toppen im Leben.

Feel the energy of your horse. Spätestens am Lagerfeuer wird uns allen klar, wie Vasko das gemeint hat. Und dass er, der bärtige Pferdemann aus dem mazedonischen Bergdorf, mit allem Recht hatte, was er gesagt hat. Irgendwie fühlt man sich, trotz der ganzen körperlichen Mitgenommenheit, nach dem Reiten viel besser als vorher. Danke, lieber Cvedto. Ich weiß jetzt: Mazedonien ist ein wunderbares Land. Yes, I feel it now.

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Fuck snow, go alpine climbing!

Well yea, a bit rough for a title I reckon, but hey, how to better deal with a winter situation that clearly decided to do without much white, thus far? Exactly: Either, stay home and cry a little or go out and climb a little. Or, a little much, if you really mean it.

Autumn and the young winter 2015/16 has not blessed the eastern Alps with a lot of snow, barely anything to be precise, but to make up for it, with pretty much perfect climbing conditions. The same was true for much of the recent years as well, but in a way, this season topped it all off: The last days of a dying twothousandfifteen saw almost 15 degrees (Celsius! plus!) and cloudless sunshine for weeks (in Tirol, that is). Can’t be global warming, could it? Well … here’s some action:

„Da Capo“ (7+), Waidringer Steinplatte, Lofer

Situated at the far right end in this endless sea of rock, Da Capo takes a beautiful line in 7 pitches, starting off with an almost impossible slab start (6+?!). Best of all weather, best of all rock, what a place! The climbs around Wermeteigen Alm are more than just idyllic, they are ridiculously idyllic. This was on the last day of October, and doing an out-of-this-world pumpy 40m 7a baseclimb at the seemingly forgotten crag in the last of this days sun rays and almost collapsing from overheating, well, this was a clear sign that there might be something slightly “wrong” with the weather this season.

„Mon Cheri“ (8-), Schüsselkar, Wetterstein

One more on the list. It is always special to climb a route set up by your dad and dedicated to you mum, there are not too many of those routes around. 1991 that was, Schöpf/Knabl. Back in the day, Mon Cheri was among the first fully bolted routes in this area, quite a thing. 15 years later, we take this perfect October day to repeat it in style, what a climb! 7 pitches of continuous tricky climbing, starting off with the crux pitch testing all your on-sighting skills. Finally done!

„Freie Verschneidung“, Söllerköpfe, Wetterstein

Alex: „Let’s do something really alpine.“ Me: „Well, alright.“ Yea, almost the famous last words. We can now quite confidently claim that this route did not see many repeats in the last 37 years. First ascent: 1978, graded 6+, one of the test-peaces of free climbing. Normally, this grade is an easy warm-up for us, but up here, it proved to be our very limit. Mentally and physically. The first crux is to actually get to the start of the route („100 m Schrofen“ my ass), about 200 m of free soloing through questionable terrain you finally reach the route, and it proves to be all but easy. Almost without fixed protection, besides a (very) few rusty pitons and slings, the climbing took a lot longer than we thought, and it was a lot harder than we thought; finishing off with a 6- offwidth crack; never been so thankful for seconding a pitch! Well, and then this was of course in December, and days in December tend to be short. Of course, getting down that thing was the second half of this story, and thank the spaghetti monster that we had both headlamps. What followed was a highly sketchy repel / downclimb action on properly aged gear, and let me say that, quite out of my comfort zone. Well: alpine we wanted; alpine we got.

„Das Schweigen der Hämmer“ (8+), Plattenspitzen, Zugspitz-Massiv, Wetterstein

Another project, long on the list: Skitour -> climb -> ski. Finally made possible this year on the south faces of the Plattenspitzen, touring up from Ehrwald. A (to me) new and beautiful area with lots of base climbs as well. The route we chose, Das Schweigen der Hämmer, well lets say that the 5c’s are definitely 6b’s and the 6c+ is … hard. Very fragile slab climbing on mini-holds, and as this was December as well, we repelled after pitch 5 for the day was deciding to end, slowly.

„Pfeiler-Mix“ (7+), Waidringer Steinplatte, Lofer

One last alpine climb end of December, still in t-shirt, still at 1.500 m. Back to the good old Steinplatte, the conditions are incredible, and we choose to go for a mix of few tours on the Akkupfeiler. Beautiful rock as always, beautiful day as so often. Good times out! Topping out into a skiing area where people are actually skiing is something quite surreal, but well, everyone follows his or her passions. We chose rock!

So much for the longer routes. There as been an awful lot of great sport climbing, too, but what do you want to blog about that? That’s just always cool, and that’s it. So much for the alpine autumn and early winter, and now it’s all waiting for snow. It’ll come, it always does. Thus far.

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Summer 2015: Going big, reclimb the classics

As always, life is too busy to write blog posts. More precisely, I tend to organize life’s events way too narrow to write blog posts. And events, even more precisely, equal climbing trips, as of speaking. With a new occupation on the horizon, I decided to make best use of the students’ flexibility remaining, which means in plain English: Organize as many great climbing trips as possible in a row. Now, I could easily write ten different blog posts about the happenings of the last months, but also I need to move to a new city, which is why I’m happy to type only a few lines instead. But a few lines are necessary, at least, as summer 2015 seems to have a very bad conscience about the rainy something the year before, so apparently, it’s only sunshine and heat this year. Which, for any climber with sense, means an escape upwards, into the greatest rock-faces of the Alps. And escape, we did!

What follows is a subjective list of what I found to be the most impressive routes and the ones I do recommend to anyone without the blink of an eye.

May: Oceano Irrazionale (VII, 525m), Bergell / Val di Mello, Italy

So I feel quite fortunate to claim that I have seen some very beautiful places around the world, especially those where huge rock faces grow out of the earth. I’ve heard people talk good about the ‘Mello’, especially boulderers who, for some reason, think it’s cool to define and find a lot of problems, sometimes even solutions, when they come here. I bet that’s fun, too, but look at the 800m faces of perfect granite just behind those boulders! Wah. What a place! Not even a proper road finds its way into the Mello, half of the valley is a nature reserve without even hiking paths, and waterfalls nurture the crystal-clear Mello river. To call this valley idyllic would be an understatement, this place is beyond idyllic. Coming there in May on the weekend after the famous Melloblocco boulder festival, we basically had the valley for ourselves with only very few other climbing folk in sight. Even if you’re not a climber it is worth going there, simply for you will have a totally new experience of the color green. And it will be a good one.
As of the routes, we had to tackle the big classics, of course, so we started with “Luna Nascente” (7, 300m, E3) and “Il Risveglio di Kundalini” (7-, 400m, E3). Two incredibly fantastic routes finding their way through, I have to repeat myself here, incredibly fantastic granite. Generally, the long Mello routes tend to be an exciting mix between well-protectable cracks and (almost) non- protectable run-out slabs. You’ll learn to trust your rubber here.
On our last day, we decided for the route with the neatest route-name of all times: “Oceano Irrazionale.” First ascended by Ivan Guerini (coolest dude in town!) in 1977, Oceano introduced the 7th grade to the Alps and is for this historic reason more than worth such a name, as is the impressive piece of rock it tackles (“Precipizio degli Asteroidi“). The line is incredibly logic and diverse, leading through perfect cracks (the 5b’s feel like 6c’s here) and roofs up the the ‘Eremit’, a lone tree mid-way the wall. From here, the Oceano gets slabbier and easier, but still some way to go; we just managed to reach the foot of the crag by the very last rays of the day’s light, descending and then going for a horribly tiring 5h drive back to Innsbruck: no fun. Luckily, we all survived and somehow managed to stay on the road before dropping dead in our beds, so now we can keep this journey as a perfect climbing trip in our memories. Mello Love!

June: Le Marchand de Sable (TD+, 6a+, 300m), l’Envers des Aiguilles, Mont Blanc Massive, France

The next course on the menu was crossing pretty much the entire Alps length-wise to get to the Western part and the place where the rock is so good that it plays in its very own category: Chamonix granite. Golden-red cracks and green-orange slabs lure the engaged alpinists up to higher grounds, the ever-strenuous glacier approaches are the price to pay. As last year, Seb and me decided to venture up to the massive walls behind the Refuge d’Envers des Aiguilles for we still had some open tabs there, getting rained out a bit too soon. This year, we arrived at this gem of the alps early in the season, the hut still closed and other climbers rarely seen. We knew that pretty much all routes done by Michel Piola and friends were *****-lines, so more of this drug!

An ultra-classic of the Envers is “Le Merchands de Sable” (Sandmännchen) as it was among the first routes in the alps where a brand-new invention changed the course of our beloved sport: the expansion bolt. Drilled in 1983, the Merchands suddenly opened up totally new grounds for climbers: Slabs, previously not protect-able. And how tricky they still are! Rated with 6a+, a grading that we’d both climb as an easy warm-up when sport climbing, we had to fight pretty hard to hold on to the tiny nobs and crystals that prove to be your holy chance of not slipping down the wall. Ingenious climbing, but this can be said true for pretty much all routes at the l’Envers: We could also do “Guy Anne” (6a+, 370m, TD+), “La Piège” (6a+, 200m, TD sub.) and “Elle a du le Faire” (6b+, 140m, ED-). Beyond all those perfect cracks, thanks for those bolts, Michel.

June: Noli Me Tangare (7a+, 270m), La Maladière, Vallee de l’Arve, France

When driving from Geneva towards holy Chamonix, one tends to be almost too focused on the granite giants straight ahead and thus ignoring the limestone cliffs to the left and to the right. But wait, give them a chance! You’ll soon find out that not only the granite in this area is superb, but so is the limestone. And also here, in the Vallee de l’Arve, Michel Piola envisioned climbs that are of the same quality than the famous ones higher up: Five-star-potential everywhere. Noli Me Tangare translates to ‘touch me not’, but touching, we did. Being incredibly sustained throughout its ten-pitch-entity, namely 6b+, 6b+, 6c, 7a, 6b, 7a, 7a+, 7a+, 7a, 7a, (!!), I found this line to be the perfect on-sight challenge.

July: Tschechenplatte (8-, 200m), Schnittlwände, Speckkarpitze N-Wand, Halleranger, Tirol

Why travel far when the best lines are just around the corner? On ‘the list’ since long, and described as the “best crack climbing in the entire eastern Alps” (I would add: best limestone crack climbing), in July all conditions finally aligned (a few days of hot & stable summer weather, a few days worry-free days to spent bivouacking up in the mountains, personal fitness, and above all, a strong & motivated partner) and we gave Tschechenplatte a go. The route itself is not too long, but very sustained and self-protected climbing in all its six pitches. Put your jamming gloves on, water-eroded limestone is especially rough on your palms. Incredible to have such a line in the otherwise mostly (heavily) brittle Karwendel. But many of the routes here have comparable quality: We also climbed “Hundertwasser” (8, 200m) and “Coach Crack” (8, 200m); priceless experiences, magic place!

July: Comici (VII, 550m), Große Zinne N-Wand, Italy

For the grand finale, the grand-est of all names: Comici, north face of the infamous tre cime; it’s not a regular that when you see a rock face for the first time, you go something like this: “…. uh ….”, but this one definitely causes effect. Again, the weather in July was simply amazing, so there were finally no excuses left, Comici we had to do! A bit scared by the aura of fame surrounding such a big name, we thought strategically and decided to start later than all the other teams to not get into a traffic jam on the route, and climb fast thereafter. Well, we started late, but we didn’t climb all that fast, so we got to ‘enjoy’ the most beautiful sunset from the top of this massive piece of rock, just not too happy to have a horrible three-hour grade III downclimb ahead of us … quite likely in the dark. But what comes up goes down, so we managed to get down safely just with the very last of this day’s light. But what an up-climb it was!

These were the great classics climbed in summer 2015, May ’till July. Summer goes on, but Simon goes back to work now, so the available time for big walls will be more limited. So long, and thanks for all the fish; but even more so, so long and thanks to you restless souls venturing on the above adventures with me! Good times, good times; best of times!

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Turkish Standard: Geyikbayırı

Sport climbing at its best. That’s quite essentially what the area close to Geyikbayırı, Turkey, is all about. Not much more, but also nothing less; simply perfect climbing. The lack of distraction is also what makes this place so special, it’s climb-eat-sleep-repeat. We’ve been there for ten days, and even though we had honest and well-reasoned attempts to do a few rest-days, we simply couldn’t manage. We had to climb ten days in a row. The routes we found ourselves looking at, mysteriously, were just too good not to be climbed. The result, of course, was an unparalleled continuous pump in especially my left forearm, also lasting for around ten days.

There is, of course, much more to be found in this place than just the mere repetitiveness of climbing: The Mediterranean sea close by, some two-thousand year old Lycian ruins close by, ‘eternal’ flames happily and steadily burning for pretty much as long, and a market every Sunday, unveiling the whole diversity and deliciousness of Turkish cuisine. And the Turkish people, who are quite definitely among the most friendly and hospitable folk on this planet. Just not a lot of climbers to be found among them, quite probably for cultural reasons, but a small scene is developing. A good thing, because the potential for highest quality rock climbs in Turkey is close to endless.

So what we came for, primarily, is to lay hands on a very tiny fraction of this perfect limestone, mushrooming everywhere you look. For the Geyikbayırı locals, we found out while hitchhiking up and down, it still feels a bit strange to see a bunch of highly developed apes arriving from all corners of the planet just to hang on rocks, those rocks they have always been passing mindlessly while driving up to their village. Why, they asked us, why on Earth do we all come here? What do we want? And how, on Earth, did we get to know about those rocks? Legitimate questions, and I honestly struggled to find an explanatory answer. Doesn’t make much sense, if you really think about it. Basically, it’s just what climbers do. The only answer I can give is compressed in the below pixels. It roughly translate to: That’s why.

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Obituary of a Master’s Thesis

Many of us (fortunate enough of being born into a relatively wealthy society and privileged enough to go through the university education system) will be familiar with the following experience: To finally receive a degree, we’re bound to ‘work’ relatively ‘hard’ on one single document, over an extended period of time, which eventually ends up being called ‘MA-Thesis_2015_FINAL!!!!!.docx’, or something on those lines. The efforts and pains and chunks of frustration put into this single document are, for the corresponding chapter in one’s life, often unparalleled – for month even, adding the _FINAL suffix to the doc is almost equal to the meaning of life itself – and all that, just to fulfill what is officially required to receive the longed-for academic title and then to subsequently forget about the document for the rest of our existence, banned straight out of our minds, never to be seen or noticed again? Doesn’t make much sense, does it?

Having gone through the above process twice, I thought it’d be time to share some thoughts. In thesis experience #1, I felt like described above, I had a mostly exciting and sometimes despairing (or was it the other way round?) time of writing my diploma thesis on a topic that dealt with something related to virtual project management tools, as I remember vaguely, mostly hiding away in a library in the middle of the most boring part of the United States of America. And then, that was pretty much it.1

In thesis experience #2, I decided to approach things a bit differently. Yet another Master’s thesis that no-one ever reads? Waste of time, or rather, waste of five month, that is. So how on earth, I asked myself, would it be possible to bundle all this time and energy towards somehow not only describing, but actually changing the world, at least a tiny, little bit? How can I write a thesis that will not only be a virtual and physical dust collector, but instead be interesting and possibly even relevant to some? The challenge was on: I decided to identify a topic that was relevant (and thus interesting) to me, personally, as well as to a whole community; on a topic where I thought thing’s weren’t exactly going the morally correct way; on a topic where the research could potentially give a voice to a minority; I decided to do research on hospitality exchange networks.

I’d like to quote some of the feedback from users of such sites that randomly contacted me regarding my thesis:

I’ve just read in Bewelcome that you have summited your Master’s thesis at the Uppsala University (Sweden) on the subject of Hospitality Exchange Networks. I am going to read it after this email, and I am so impressed just for the idea of doing a Master Degree on this subject. I am willing to begin my master in this path of yours, if given the chance.
Just to send my appreciation here!

or

Dear Simon,
I found a link to your Master’s Thesis on beWelcome and I just read the abstract. Your Master’s Thesis is the first Master’s Thesis I have genuinely felt like reading out of a personal interest.
Thank you for spending your time analyzing this important subject in your Master’s Thesis!

or

Very interesting your study thesis about CS

or

This is an issue of such concern as there is a risk that a beautiful initiative could be ruined. I’m glad you are doing this research and wish you the best of luck.

or

Thanks for the opportunity to participate in your survey. I’d be very interested to follow the outcome – and what feedback comes from the survey.
Good luck with your writing – and with your master. – Do let me know how it goes, and if there’s anything else I can do to help you.

Or, and this is possibly my favorite story thus far, I’ve gotten a message from a user stating that he just welcomed a guest who told the story that his father (!) had critically researched on safety issues of hospitality exchange platforms, found my thesis, and therefore guided his son to sign up for BeWelcome instead of Couchsurfing; therefore, the two could meet.

After finishing my degree in Uppsala, I decided to go through the additional effort of re-working and re-formatting the results of the research into a paper-format and submit it to a peer-reviewed journal, in my case, Triple-C. The paper 2 ended up being successfully published in January 2015. This is nice, for now the work can also be seen as a tiny contribution to the field of critical internet studies in particular and academia in general; it’s simply out there and not a sole dust-collector any longer. And as the journal subscribes to the values of Open Access publishing, it is freely available to everyone with an internet access, not only to those (fortunate enough?) sitting in an university library.

Additionally, what deserves to be told is the e-mail I received from one of those dubious companies offering “free publishing for academics” asking me, if, and this is quite worth the quote:

Is it correct that you authored the work entitled “The Commodification of the Couch: A Dialectical Analysis of Hospitality Exchange Networks”?
A short confirmation would be greatly appreciated. I believe this particular topic could be of interest to a wider audience and we would be glad to consider publishing it.
Should the commercialization of your work as printed book meet your interest, I will be glad to provide you with further details in an electronic brochure.

Asking me if I’d like to commercialize my work on commodification processes, already published under a Creative Commons license and in an Open Access journal. Well. What to say. I’ll interpret it as an affirmative example of how contemporary capitalism tries to ‘commodify everything‘, tellingly even academic works criticizing exactly that. At least they tried.

This is the obituary of my Master’s thesis. It felt important to me to show that, given a relevant, motivated supervisors, and a pressing topic, a thesis does not need to be a pointless document formulated with disinterest that no-one ever ready, anyway. Give it an exciting life, it’s worth the extra-effort. After all, it feels satisfying to know that all those hours spent in a library, this time during a (quite depressingly) grey Swedish winter, came to have an impact on someone, somewhere, no matter how small; and be it only be that the work changed the path of a sole lost traveler towards meeting someone and exchanging thoughts over a warm dinner. Now, MA thesis, you can R.I.P.

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  1. Except that a condensed summary ended up being published in a kind of ‘best-of-thesis’ collection from my old university, which can even be purchased on amazon, but I’d be keen to see stats on ‘number of people actually reading more than the index’ versus ‘number of people using the published volume as a personal reference in their cv’.
  2. Schöpf, Simon. 2015. “The Commodification of the Couch: a Dialectical Analysis of Hospitality Exchange Platforms.” tripleC—Communication, Capitalism & Critique. Open Access Journal for a Global Sustainable Information Society 13 (1) (January 25): 11–34.

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FA “Der Letzte Schöne Herbsstag” (7c) & “Muas da wuascht sein” (7a), Galerie, Martinswand

Gut Ding braucht Weil. Sagt man so. Als Lukas ‘Siggi’ Sigl und ich im Oktober 2011 beschlossen, eine neue Linie im oberen Stock des bei den Innsbruckern wegs seiner Panoramablicke und hohem Solariumfaktors sehr beliebten Klettergartens Galerie einzubohren, kannten wir zwar das Sprichwort, aber nicht die Relevanz für unsere neue Route. Etwas später bohrte Lukas dann gemeinsam mit Sandra Liebold enthemmt noch eine weitere Linie links davon ein, und so kann man nun langsam wirklich von einem ‘oberen Stock’ sprechen.

Topo Galerie Oben Rechts
Topo Galerie Oben Rechts

Die Routen sind als zweite Seillängen über die Einführung in die Physik (6b+) oder die Route rechts neben der Einführung in die Physik (ca. 6b) zu erreichen. An einem überaus gemütlichen, vom Innsbrucker Verschönerungsverein großzügiger Weise gesponserten Standplatzbankerl angekommen, befindet sich der/die Wiederholungsaspirant_in nun vor einer lebensphilosophischen Entscheidung: Wählt er/sie die linke Linie, erstbegangen durch Lukas Sigl am 13.01.2014, so begibt er/sie sich auf den Pfad des “Muas da wuascht sein” (7a). Der Routenname ist den tiefsinnigen Worten Flo ‘Flow’ Brunners nachempfunden, der in einem Moment spiritueller Erleuchtung die Quintessenz all seiner Lebenserfahrung in die Kraft dieser vier Worte zu bündeln wusste, und spiegelt die pragmatische innere Einstellung wieder, dass einem tatsächlich im Leben oft einiges wuascht sein muas. Muas da wuascht sein, wenn vor lauter Nebel die Hand vor Augen nicht siehst. Muass da wuascht sein, wenn die Finger vor Kälte erstarrt sind. Muas da wuascht sein, wenn der scharfe Fels Spuren hinterlässt. Muas da wuascht sein, wenn’s Projekt wieder nicht geht. Oder akronymisch: Mdws.

Wählt der/die motivierte Kletter_in die rechte Variante, “Der Letzte Schöne Herbsttag” (7c), dem ich am 09.01.2014 die erste Rotpunktbegehung abringen konnte, so vertritt er mit seinem/ihrem Versuch die Einstellung, sein/ihr Leben möglichst so zu gestalten, als ob der gegenwärtige Tag tatsächlich der letzte schöne Herbsttag sein könnte. Die Betonung ist stets auf den bewusst gewählten Konjunktiv II zu setzen; man besitzt doch nie Gewissheit. Auch soll dies keineswegs den herannahenden Winter herabwürdigen, auch dem ersten schönen Wintertag ist durchaus viel Positives abzugewinnen; doch den ersehnten Durchstieg des aktuellen Kletterprojekts kann man wohl vergessen, denn der Winter ist da, und im Winter geht man gefälligst Skitouren. Resümierend lässt sich daraus folgende philosophische Grundregel formulieren: Lebe jeden Tag so, als wäre es der letzte schöne Herbsttag. Quasi carpe diem für Kletterer. Und was macht ein jeder Affe am letzten schönen Herbsttag? Volle ziachn gian. Alles andere muas da wuascht sein.

Àle.

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